Klimaschutz

Klimaschutz

Klimaschutz ist eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hauptansatz für den Klimaschutz ist die Verringerung des Ausstoßes der Treibhausgase, die bei der Energieerzeugung sowie beim Verbrauch der Energie in der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion, im Verkehr und in Privathaushalten freigesetzt werden. Hierzu zählen insbesondere der sukzessive Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor sowie der Industrie, der konsequente Ausbau der regenerativen Energieträger sowie der Einsatz von Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Für einen erfolgreichen Klimaschutz sind alle politischen Ebenen maßgeblich: internationale, EU-, Bundes-, Länder- und die kommunale Ebene.

Die Sinzig hat sich verpflichtet, den CO² Ausstoß nachhaltig zu verringern und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Klimawandel

Das Klima wandelt sich. Seit dem letzten Jahrhundert stieg die durchschnittlich Temperatur der Land- und Ozeanflächen um etwas 0,85 Grad Celsius an, jedes der letzten drei Jahrzehnte war sukzessive wärmer als alle vorausgegangenen Jahrzehnte seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Die Folgen der globalen Erwärmung sind das Schmelzen der Eis- und Schneemengen, der Anstieg des Meeresspiegels, das Auftauen der Permafrostböden und die Zunahme extremer Wetterereignisse.

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar: steigende Temperaturen, feuchtere Winter, zunehmende Wetterextreme wie Hitzewellen und lokale Starkregenereignisse. Der heiße und trockene Sommer 2018 hat eindrücklich bewiesen, wie weit der Klimawandel bereits fortgeschritten ist. Um dem globalen Phänomen des Klimawandels zu begegnen und die Auswirkung der Erderwärmung zu begrenzen, wurden auf internationaler und europäischer Ebene Klimaschutzziele vereinbart, die auf Bundes-, Länder und kommunaler Ebene umgesetzt werden. Die Stadt Sinzig stellt sich dieser Herausforderung und hat ein integriertes Klimaschutzkonzept verabschiedet.

Klimaschutzkonzept

Mit der Initiierung des integrierten Klimaschutzkonzeptes wurden 2016 wichtige politische Weichen gestellt, um den Klimaschutz in der Stadt zu etablieren. Am 14. Juli 2016 wurde im Stadtrat der Beschluss zu dessen Umsetzung gefasst. Erstellt wurde das Klimaschutzkonzept von der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) in Verbindung mit der SWECO GmbH aus Koblenz. Im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages wurde das integrierte Klimaschutzkonzept unter dem Förderkennzeichen 03K05505 gefördert.

Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Sinzig (PDF-Datei)
Anhang des Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Sinzig Teil 1 (PDF-Datei)
Anhang des Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Sinzig Teil 2 (PDF-Datei)

Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellung und investiver Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zur Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Klimaschutzmanagerin

Klimaschutzmaagerin der Stadt sinzig Silke MerzSilke Merz, unsere Klimaschutzmanagerin, hat den Auftrag, die Klimaschutzmaßnahmen anzustoßen und deren Umsetzung voranzubringen. Sie bringt der Bevölkerung die Ziele näher und bezieht sie in den Umsetzungsprozess ein. Die Klimaschutzmanagerin versteht sich als „Werbebotschafterin für den Klimaschutz“.
Sie ist die Ansprechpartnerin für alle Belange rund um den Klimaschutz und Koordinatorin der Maßnahmen.

Kontakt

Tel.: 02642 4001-92
E-Mail: silke.merz@sinzig.de

Projekte

Photovoltaik

Klimaschutz geht einher mit der Nutzung regenerativen Energien. Der Ausbau der regenerativen Energien ist dabei ein zentraler Punkt bei der Durchführung der Energiewende in Rheinland-Pfalz. Die Solarenergie ist neben der Windenergie ein wichtiger Faktor bei der Umgestaltung des Stromsektors. Es gilt das unerschöpfliche Potential der Photovoltaik und Solarthermie zu nutzen und auszubauen. Die neuen PV-Geschäftsmodelle – vor allem Eigenverbrauch, Stromlieferung, Anlagenpacht, Betreiber- und Betriebsführungsmodelle werden dabei immer stärker zur Grundlage für den wirtschaftlichen Betrieb von PV- Anlagen.

Bereits heute sind in Sinzig und seinen Ortsteilen zahlreiche Photovoltaikanlagen (PV) auf Dächern installiert. Das Ziel ist deren Zahl kontinuierlich zu erweitern. Die Stadtwerke Sinzig planen derzeit eine Freiflächenphotovoltaikanlage auf dem Gelände der Entsäuerungsanlage. Der klimafreundlich erzeugte Strom soll für den Betrieb der Pumptechnik verwendet werden. Die Anlage geht im Frühjahr 2019 in Betrieb.

Wenn auch Sie prüfen möchten, ob Ihr Dach für die Nutzung von Solarenergie geeignet ist, können Sie dazu das Solarkataster nutzen:

http://www.solarkataster-ahrweiler.de/karte

Virtuelles Kraftwerk

Stadtwerke Sinzig erhalten Landeszuwendung für die „Studie: Energiewirtschaftliche Optimierung und Virtuelle Kraftwerke im Wasserwerk“

Region Sinzig will mit virtuellem Kraftwerk Energie sparen –
„Die Region Sinzig will mit einem virtuellen Kraftwerk Energie bei der Wasserversorgung einsparen. Die Stadtwerke Sinzig betreten damit Neuland und leisten einen zukunftsweisenden Beitrag zur Energiewende“, erklärte Energie- und Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute in Sinzig. Die Bereitstellung des Trinkwassers benötigt viel Energie. Durch effizientere Anlagen konnte der Stromverbrauch bereits gesenkt werden. „Was bisher aber noch wenig beachtet wird, ist die Möglichkeit den Stromverbrauch schlicht durch zeitliches Verschieben zu optimieren“, hob Griese den neuen Ansatz hervor. Immer dann, wenn günstige Energie am Strommarkt zu haben ist oder die Sonne für viel Energie aus der eigenen Photovoltaikanlage sorgt, dann sollen die Wasserspeicher der Region aufgefüllt werden. Umgekehrt kann beim Ablassen der Wasserbehälter Strom erzeugt werden. Das soll dann erfolgen, wenn hohe Strompreise erzielt werden können. Mit dieser energetischen Optimierung werde ein virtuelles Kraftwerk geschaffen. Die Stadtwerke haben dazu bei der Transferstelle für rationelle und regenerative Energienutzung (TSB) Bingen, eine Studie in Auftrag gegeben. Das Land finanziert die Studie zu 90 Prozent, mit 24.300 Euro.
„Energie einzusparen und sie in Zukunft noch effizienter zu nutzen, das ist entscheidend für das Gelingen der Energiewende, stellte Griese fest. Das Land unterstütze daher Kommunen und Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Ansätze, wie dem virtuellen Kraftwerk. Vergangenes Jahr hat das Land gemeinsam die Transferstelle Bingen an den Stadtwerken Trier eine erste Pilotstudie zur Optimierung des Stromverbrauchs bei der Trinkwasserversorgung erarbeitet. Nun sorge ein kleineres Wasserversorgungsunternehmen für ein Fallbeispiel, das Schule im Land machen könnte, so Griese.
August 2016
Verantwortlich (i.S.d.P)
Stefanie Lotz, Pressesprecherin

MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE,
ERNÄHRUNG UND FORSTEN
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
http://www.mueef.rlp.de

E-Mobilität in Sinzig

Die heutige Mobilität muss neu gedacht werden. Die zunehmende Verschlechterung der Luftqualität durch steigende  CO²-Emissionen, Stickoxide  und weitere Luftschadstoffe durch den Personen- und Wirtschaftsverkehr verlangen nach neuen Handlungsweisen. Die Elektromobilität hat das Potential die Mobilität nachhaltig zu gestalten und dem Klimaschutz Rechnung zu tragen und die Lebensqualität in der Stadt zu steigern.
Auch die Stadt Sinzig wird langfristig einen Beitrag  zur Mobilitätswende leisten. Der städtische Fuhrpark besteht heute schon aus drei Plug-In- Hybriden und zwei E-Bikes. Darüber hinaus ist Anschaffung von reinen elektrischen Fahrzeugen für 2019 geplant. Des Weiteren wird die Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet sukzessive ausgebaut.

Wenn Sie ihr Elektroauto aufladen möchten, können Sie dies zum Beispiel direkt auf dem Parkplatz neben dem Rathaus erledigen. Den Schlüssel dazu bekommen Sie im Rathaus am Empfang und außerhalb der Geschäftszeiten im Cafe Barbarossas am  Kirchplatz. Oberhalb des Parkplatzes finden Sie auch eine Ladestation für E-Bikes.

Energiesparen

Für die Umsetzung des Klimaschutzkonzept spielen Energieeinsparpotentiale neben dem Einsatz von regenerativen Energien eine bedeutende Rolle. Das Ziel eines erfolgreichen Klimaschutzes ist die Reduktion der CO²- Emissionen und der klimarelevanter Luftschadstoffe. Nicht nur im gewerblichen und öffentlichen sondern auch im privaten Sektor existieren erhebliche Einsparpotentiale. Einen wichtigen Beitrag dazu liefert unter anderem die energetische Sanierung.

Im kommunalen Sektor ist das Einsparpotential „Straßenbeleuchtung“ sehr hoch. Nach einer Untersuchung der Prognos AG gehen rund 40% des Stromverbrauchs zur Lasten der Straßenbeleuchtung. In Sinzig beläuft sich der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung auf rund 830.100 kWh pro Jahr. Daher strebt Sinzig an, die alten Straßenbeleuchtungsanlagen durch hocheffiziente LED-Technik zu ersetzen und neu zu planen. Hierzu wird ab Anfang 2019 ein gesamtstädtisches Konzept erstellt.

Artenschutz

Insekten sind die artenreichste Gruppe im Tierreich und bilden die Grundlage vieler Ökosysteme. Sie sind nicht nur für den Menschen sondern auch für viele Pflanzen und Tiere überlebenswichtig. Alle Fledermaus,- Amphibien- und Reptilienarten und die überwiegende Mehrheit der heimischen Vogelarten sind von Insekten als Nahrungsquelle abhängig. Des Weiteren spielen sie eine wichtige Rolle als bestäubende Insekten für alle heimischen Blütenpflanzen. Dies zeigt wie stark unsere Biodiversität mit Insekten als Grundbaustein der Artenvielfalt verflochten ist. Viele Arten sind heute schon ernsthaft bedroht und  ein massiver Rückgang aller Insektenarten zeichnet sich ab. Die Stadt Sinzig hat sich zum Ziel gesetzt diesem Trend entgegen zu wirken und sich für die Erhaltung der biologische Vielfalt einzusetzen. Was mit einer Blühfläche im Bereich der Ahr letztes Jahr begonnen hat, wird nun erweitert.  Im September 2018 hat der Stadtrat einstimmig beschlossen weitere Blühflächen in Sinzig anzulegen. Zusammen mit den Frühblühern wie Krokussen und Narzissen bilden sie ein ganzjähriges Nahrungsangebot für die Bienen und anderen Insekten.

Wenn Sie persönlich etwas tun möchten: Schaffen Sie Nahrungs- und Bruthabitate für Bienen, Vögel und Schmetterlinge durch artenreiche Naturgärten mit Staudenbeeten und Blühmischungen: Entsteinen Sie Ihren Garten! Mehr Informationen gibt es unter www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de

Tipps für eine gute Bienenweide das ganze Jahr über:

Bäume: Obstbäume, Weide, Kastanie, Robinie, Linde, Ahorn, Eberesche

Sträucher: Wilder Wein, Liguster, Roseneibisch, Felsenmispel, Schneebeere, Clematis, Rosen (ungefüllt), Fingerstrauch, Kletterhortensie, Falscher Jasmin, Schneeheide, Schlehe, Weißdorn, Stechpalme, Berberitze, alle Beerensträucher

Staude und Zwiebelgewächse: Schneeglöckchen, Krokus, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Bärlauch, Silberwurz, Steinkraut, Vergissmeinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, Fette Henne, Salbei, Ziermohn, Kugeldistel, Sonnenhut

Kräuter: Thymian, Lavendel, Ysop, Schnittlauch, Boretsch, Salbei, Weinraute

Blumen: Goldmohn, Reseda, Cosmea, Beinwell, Malve, Katzenminze, Gamander, Phacelia, Tagetes, Kornblume, Sommerazalee, Sonnenblume, Senf

Weitere Infos unter:     www.bluehende-landschaft.de

Mitmachen

Tipps

  • Mit dem Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit: Wer pro Tag rund 20 Kilometer Arbeitsweg zurücklegen, spart bei einem PKW-Durchschnittsverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer rund 640 Kilogramm CO2 im Jahr.
  • Heizung runterdrehen: Keiner soll im Kalten sitzen! Aber die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen eines Vier-Personen-Haushalts pro Jahr um rund 350 Kilogramm. Senkt man die Temperatur in der Nacht in der Wohnung generell auf 15 bis 16 Grad, spart das noch einmal knapp 300 Kilogramm CO2.
  • Volle Waschmaschine, niedrige Temperatur: Die Vorwäsche auf alle Fälle weglassen und grundsätzlich mit höchstens 60 Grad waschen – nur in Ausnahmefällen mit 95 Grad. Die meiste Wäsche wird auch bei 30 bis 40 Grad sauber. Anschließend nicht in den Trockner sondern auf die Leine. Einsparpotenzial: bis zu 330 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr.
  • Bye-bye Standby: Standby-Schaltungen sind praktisch, weil man nicht mehr vom Sofa aufstehen muss, um den Fernseher oder die Stereoanlage einzuschalten. Aber die Geräte verbrauchen auch in diesem Zustand unnötig viel Energie. Geräte, die keinen Ausknopf haben, sollten an eine schaltbare Steckerleiste angeschlossen werden. So lassen sich pro Haushalt bis zu 300 Kilogramm CO2 sparen.
  • Bio aus der Region in den Einkaufswagen: Beim Bioanbau wird nur etwa die Hälfte der Energiemenge benötigt, die konventionelle Landwirtschaft braucht. Bei langen Transportwegen entstehen außerdem überflüssige Emissionen: Eine Mahlzeit von 100 Gramm Spargel aus Chile verursacht allein durch den Transport 1,7 Kilogramm CO2-Ausstoß. Aus der eigenen Region zur Spargelzeit sind es nur 60 Gramm.
  • Weniger Fleisch auf den Teller: Wer sich ausgewogen und fleischreduziert ernährt, erspart dem Weltklima rund 400 Kilogramm CO2 im Jahr.

Beratung

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet Ihnen aktuelle Informationen und Tipps rund um das Thema Energiesparen wie z.B. welche Fördermittel gibt es für Energiesparmaßnahmen, lohnt sich eine Solaranlage oder was ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage. Sie können sich über www.energieberatung-rlp.de oder direkt per Mail unter energie@vz-rlp.de  an einen Energieexperten wenden.

Wenn Sie  Fragen zum Thema „Welchen Beitrag kann ich persönlich zum Klimaschutz leisten“ haben, können Sie diese an klimaschutz@sinzig.de richten.

 

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